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Double fou

Autor entführt in das alte Schollene
(Volksstimme, 06.07.2020)

Von Kindheit und Jugend in der Seegemeinde Schollene handelt ein Buch, das jetzt im Dr.-Ziethen-Verlag Oschersleben erschienen ist. Autor ist Helmut Stein, der 1936 in Schollene geboren wurde und hier bis 1950 die achtklassige Dorfschule besuchte.

Etwa 80 Zuhörer hatten sich am Sonnabend eingefunden, nachdem sie sich am Eingang wegen der Pandemie erst einmal in eine Liste eingetragen hatten. Begrüßt wurden sie von Gastgeberin Birgit Lewerenz, der Vorsitzenden des Kirchspiels Molkenberg-Schollene.

Verleger Dr. Harry Ziethen aus Oschersleben zeigte sich erleichtert, dass sich zum Neustart nach der mehrmonatigen Corona-Zwangspause gleich so viele Interessenten eingefunden hatten: „Man hat ein Gefühl wie bei einem Neubeginn.“ Zugleich erfolge hier die Premiere der Lesungen für dieses druckfrische Buch – was eigentlich für April geplant war.

Der Autor war vor etwa einem Jahr bei ihm erschienen und hatte ihm angesichts des 75. Jahrestages ein Manuskript zum Kriegsende in Schollene angeboten. Der Verleger war sehr angetan, doch reichte das Material nicht für ein Buch. So reichte Helmut Stein ein weiteres Manuskript mit seinen Kindheits- und Jugenderlebnissen nach.

Seine ersten 14 Lebensjahre hatte er in Schollene verbracht. Eine vorgetragene Geschichte handelte von der achtklassigen Dorfschule, wo damals von der strengen Lehrerin noch eifrig der Rohrstock benutzt worden war. Der Delinquent musste sich bäuchlings auf die erste Schulbank legen, mit dem Stock wurde ihm dann der Hintern versohlt. Der Autor selbst musste diese schmerzhafte Erfahrung nur einmal sammeln, andere „Spezialisten“ kamen öfters dran. Er konnte der Schule nicht viel abgewinnen, freute sich lediglich auf Biologie und die Deutsch-Aufsätze – schon damals schrieb er leidenschaftlich gern.

Der etwas sperrig wirkende Titel „Nun wär‘t aber Tied, du schaffst et wä nich, kumm jetzt!“ stammt aus einer Geschichte, welche seine Ahnen aus den Anfängen des vorigen Jahrhunderts überliefert hatten. Damals wurde eine halbe Stunde vorm Gottesdienst vorgeläutet, was die Oma nicht hörte. Die Tochter machte sie drauf aufmerksam, doch maß die Oma dem keine Bedeutung bei und verrichtete weiterhin ihre Hausarbeit. Letztendlich kam sie zu spät zum Gottesdienst – mit dem Hinweis der Tochter, welcher es nun auf den Buchtitel schaffte. Das Titelbild stammt von Edgar Musow, dem Schulfreund des Autors, der auch im Buch erwähnt wird.

Erhältlich ist das Buch im örtlichen Geschäft „Nah und Gut“ sowie im Heimatmuseum (bei Erika Gorges anrufen).

© Text und Foto: Ingo Freihorst

Der vollständige Artikel ist unter dm nachfolgenden Link zu lesen.

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